Kinderuni erklärt Wissenschaft hinter dem Straßenverkehr
30 März 2026
Prof. Silja Hoffmann von der Professur für Intelligente, multimodale Verkehrssysteme an der Fakultät für Bauinngenieurwesen und Umweltwissenschaften der Universität der Bundeswehr München (UniBw M) hat am 25. März 2026 die erste Kinderuni-Vorlesung des Jahres gehalten.
Auf dem Campus der UniBw M erklärte sie den 30 teilnehmenden Schülerinnen und Schülern, wie sich Menschen im Alltag bewegen, warum wir auf der Straße nicht ständig zusammenstoßen und worauf es bei der Straßenplanung ankommt. Gemeinsam mit ihrem Team stellte Prof. Hoffmann kindgerecht vor, wie sie das Thema Straßenverkehr erforschen und welche Methoden sie dafür verwenden.
Vom eigenen Schulweg zur Forschung
Zu Beginn der Veranstaltung wurden die Kinder selbst aktiv: Alle Teilnehmenden nahmen einen Legostein in einer entsprechenden Farbe, die angab, wie sie an diesem Tag zur Universität gekommen waren – zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Auto. Aufgrund des schlechten Wetters lag an diesem Tag ganz klar das Auto vorne. In weiteren Gesprächen wurde jedoch deutlich, dass die Kinder am liebsten zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind. Anhand dieser Beispiele führte Prof. Hoffmann in das Thema „aktive Mobilität“ ein. Dabei erklärte sie anschaulich die Vorteile: Wer sich zu Fuß oder mit dem Rad bewegt, verursacht keinen Lärm und keine Abgase und bleibt gleichzeitig fit. Besonders im Gedächtnis blieb dabei der Satz: „Jeder Weg beginnt und endet zu Fuß.“
Wie bewegen sich Menschen im Verkehr?
Im weiteren Verlauf der Vorlesung ging es um die Frage, wie Menschen es schaffen, sich im Straßenverkehr zu koordinieren, ohne ständig zusammenzustoßen – es sei denn, sie haben ihr Smartphone in der Hand und konzentrieren sich darauf statt auf den Weg. Prof. Hoffmann veranschaulichte das Konzept mithilfe eines Modells: Beim Laufen verhalten sich Menschen ein wenig wie Magnete. Ziele wirken anziehend, beispielsweise eine Eisdiele, während Gruppen von Menschen und Hindernisse eine „abstoßende“ Wirkung haben, sodass man um sie herumgeht.
Mithilfe dieses sogenannten Social-Force-Modells können Forschende verstehen, wie sich Menschenmengen bewegen und warum es in bestimmten Situationen zu Staus kommt.
Prof. Silja Hoffmann erklärt den Kindern ihre Forschung und bindet sie mit interaktiven Experimenten in die Vorlesung mit ein (© Universität der Bundeswehr München/Saborowski)
Forschung für die Straßen von morgen
Für die Kinder wurde es besonders spannend, als sie selbst Teil kleiner Experimente wurden. Gemeinsam beobachteten sie, wie sich Gruppen durch den Raum bewegten und welche Muster dabei entstanden. Schnell wurde deutlich, dass selbst scheinbar chaotische Bewegungen bestimmten Regeln folgen. Die Schülerinnen und Schüler konnten so erleben, wie wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen und ausgewertet werden.
Zum Abschluss erklärte Prof. Hoffmann, warum diese Forschung wichtig ist: Die gewonnenen Erkenntnisse helfen dabei, Städte und Straßen in Zukunft sicherer und effizienter zu gestalten. Ob Gehwege, Kreuzungen oder große Menschenansammlungen – das Wissen über Bewegungsmuster kann überall dazu beitragen, Unfälle zu vermeiden und den Verkehrsfluss zu verbessern.
Die Kinderuni zeigte einmal mehr, wie spannend Wissenschaft sein kann – besonders dann, wenn sie direkt an den Alltag der Kinder anknüpft.
Kooperation mit der VHS SüdOst geht weiter
In Kooperation mit der VHS SüdOst findet zwei- bis dreimal im Jahr die Kinderuni auf dem Campus der UniBw M statt. Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren können daran teilnehmen. Teilnehmende, die mindestens fünf Vorlesungen besucht haben, erhalten einen „Masterabschluss“. Nach weiteren fünf Vorlesungen gibt es einen Doktortitel. Die Urkunden werden dieses Jahr feierlich am Tag der Bundeswehr 2026, am 6. Juni 2026, auf dem Campus verliehen.
Die nächste Kinderuni findet am 29. April 2026 statt. Bei dieser Veranstaltung wird es keine Vorlesung, sondern einen Campusspaziergang geben. Dabei wird die Frage geklärt: „Wie studieren Soldatinnen und Soldaten an der Campusuniversität?“
Anmeldung und Information: https://www.vhs-suedost.de/kurs/261-77022
Titelbild: Prof. Silja Hoffmann wertet die Umfrage aus, wie die Kinder zur Uni gekommen sind (© Universität der Bundeswehr München/Saborowski)
