Aus zwei mach eins: Neues Format für Bayerns größtes Aerospace Event

31 März 2026

Die Universität der Bundeswehr München (UniBw M), Bayerns Forschungsnetzwerk für die Luft- und Raumfahrtindustrie Munich Aerospace und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) etablieren gemeinsam eine neue internationale Veranstaltung: den Munich Space Summit. Er fand erstmals von 23. bis 27. März 2026 in der Alten Kongresshalle München statt und brachte Luft- und Raumfahrtexpertinnen und -experten aus der ganzen Welt zusammen.

Der Munich Space Summit vereint zwei renommierte Veranstaltungsformate der bayerischen Luft- und Raumfahrtbranche: den vor bereits 20 Jahren von der UniBw M ins Leben gerufenen Munich Satellite Navigation Summit und den Munich New Space Summit, den Munich Aerospace 2023 erstmals ausgerichtet hat. Veranstalter Prof. Thomas Pany, Professor für Satellitennavigation an der UniBw M, erklärt die Beweggründe: „Mit dem Munich Space Summit bündeln wir unsere Kräfte, nutzen Synergien und schaffen eine starke, zukunftsorientierte Plattform, die auf globaler Ebene von Bedeutung sein wird. Wir schaffen ein internationales Forum, das Innovation, Politik, Forschung und Anwendung miteinander verbindet.“

Eigene Schwerpunkte

Inhaltlich gab es pro Wochenhälfte des Kongresses einen thematischen Schwerpunkt. Während der ersten zweieinhalb Kongresstage lag der Fokus auf New Space und machte die zunehmende Bedeutung von Start-ups für die Raumfahrtökonomie deutlich. Besonderes Augenmerk galt dem branchenübergreifenden Dialog, in den sich auch Beteiligte aus Verteidigungs-, Automobil-, und Telekommunikationsindustrie mit ihrer Sicht auf die Nutzung von Raumfahrttechnologien einbrachten.

Die zweite Wochenhälfte stand im Zeichen der Satellitennavigation und knüpfte an den etablierten Munich Satellite Navigation Summit an. Behandelt wurden u.a. die technologische Weiterentwicklung bei globalen Navigationssatellitensystemen (GNSS) und robuste PNT (Positioning, Navigation and Timing)-Architekturen.

Gemeinsame Eröffnung

Die gemeinsame Eröffnungsveranstaltung fand genau in der Wochenmitte statt. Nach einführenden Statements der Veranstalter Dr. Andreas Lermann, Geschäftsführer Munich Aerospace, Prof. Michael Meurer, Abteilungsleiter Navigation beim DLR, sowie Prof. Thomas Pany von der UniBw M begrüßte Universitätspräsidentin Prof. Eva-Maria Kern die Teilnehmenden. Das Zusammenlegen der bisher getrennten Veranstaltungen zu einem gemeinsamen Munich Space Summit sei mehr als eine organisatorische Veränderung, es sei ein Signal, so die Präsidentin: „Raumfahrttechnologien und satellitengestützte Dienste sind von zentraler Bedeutung für Europas strategische Autonomie. Die Stärkung der europäischen Fähigkeiten im Weltraum – technologisch, industriell und operativ – gelingt nur gemeinsam und erfordert eine enge Zusammenarbeit über Grenzen, Institutionen und Sektoren hinweg.“ Auch die Vorstandsvorsitzende des DLR Prof. Anke Kaysser-Pyzalla lobte in ihrem Grußwort das neue gemeinsame Kongressformat, in dem nun alle Akteure der Raumfahrt zusammenkommen.


 Dr. Florian Herrmann steht an einem Rednerpult und überbringt die Willkommensgrüße der Bayerischen Staatsregierung

Dr. Florian Herrmann überbringt die Willkommensgrüße der Bayerischen Staatsregierung (© Tobias Tschepe)


Hoher Stellenwert der Raumfahrt in Bayern

Für die Bayerische Staatsregierung sprach Staatsminister Dr. Florian Herrmann die Eröffnungsworte. Er betonte den Stellenwert des Themas Raumfahrt für die bayerische Politik. Die Staatsregierung sei stolz darauf, dass sich die Raumfahrtgemeinschaft zum Space Summit hier in München treffe. Dies sei angesichts der Aktivitäten und Förderungen des Freistaats für Raumfahrtindustrie und -forschung aber auch kein Zufall: „Bavaria is the place to be for space-minded people“, so der Minister.


Sieben PErsonen sitzen auf weißen Sofas und sind einander zugewendet. ein Herr hat ein Mikro in der Hand und spricht.

Das Panel im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung debattiert über die Strategie für mehr europäische Souveränität im All (© Tobias Tschepe)


Ein hochkarätiges Panel, u.a. besetzt mit ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher und Christoph Kautz, Direktor für Satellitennavigation und Erdbeobachtung bei der EU-Kommission, sowie Marc Steckling als Vertreter der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie, diskutierte im Anschluss über die Herausforderungen für die europäische Raumfahrt. Die geopolitischen Entwicklungen veränderten gerade den gesamten Weltraumsektor, so Aschbacher. Einig war sich das Panel darüber, dass für Europa mehr Eigenständigkeit in der Raumfahrt nun strategische Priorität haben müsse. Die wissenschaftliche Exzellenz und die industriellen Fähigkeiten hierfür seien vorhanden, doch das Tempo müsse erhöht und eine kontinuierliche finanzielle Förderung gesichert sein. Die Industrie erwarte von der Politik Vorhersehbarkeit und verlässliche Rahmenbedingungen, dann könne sie ihren Beitrag zu Europas Souveränität im All leisten.

Zur Vernetzung wichtiger Akteure aus Industrie, Wissenschaft und Politik trug auch der Munich Space Summit 2026 bei, der mit 850 Kongressteilnehmerinnen und -teilnehmern aus 32 Ländern in seiner ersten Auflage ein voller Erfolg war.

 


Titelbild: Die Präsidentin der UniBw M begrüßt die internationalen Gäste zum Munich Space Summit 2026 (© Tobias Tschepe)