DICoS
Über das Projekt
- Vollständiger Name des Projekts: Dynamische Schnittstellen für Gefechtssysteme
- Projektakronym: DICoS
- Förderzeitraum: 01.04.2024 – 31.03.2026
- Finanzierung: BAAINBw, RAM Program Office
- Projekt-Homepage: DICoS
Kampfsysteme auf Kriegsschiffen der Marine sind in der Regel zentralistisch ausgelegt. Das jeweilige Führungs- und Waffen Einsatz System (FÜWES) bildet dabei das Kernsystem und fungiert als Bedien- und Steuereinheit. Die daran angeschlossenen Subsysteme dienen zum einen der Generierung eines umfassenden Lagebildes auf Basis von Umgebungsdaten. Zum anderen umfassen sie Waffensysteme, die zur Ausführung von Bekämpfungsanweisungen eingesetzt werden. Das derzeitige Problem dieser stark integrierten Systemlandschaft besteht in der Heterogenität der eingesetzten FÜWES in Verbindung mit dem notwendigen Anpassungsbedarf bei der Weiterentwicklung von angeschlossenen Subsystemen wie dem Verteidigungssystem Rolling Airframe Missile (RAM). Die Kommunikation zum jeweiligen FÜWES wird derzeit über individuell definierte Schnittstellen realisiert. Die Weiterentwicklung eines Systems erfordert oftmals auch eine Erweiterung der Schnittstelle, um neue Fähigkeiten zur Verfügung stellen zu können. Im Ergebnis müssen alle eingesetzten FÜWES ebenfalls angepasst werden, um die Aktualisierungen nutzen zu können. Lange Entwicklungszeiten in diesem letzten Schritt führen aktuell dazu, dass moderne Waffensysteme bereits auf Kriegsschiffen der Marine zur Verfügung stehen, ihr Potential jedoch aufgrund noch nicht aktualisierter FÜWES nicht vollumfänglich genutzt werden kann. Im Kontext von Software defined Defence stellt dies eine Kernfunktionalität dar, bei der die abgestimmte Middleware eine tragende Rolle einnimmt.
Untersuchte Fragestellung:
Ist es möglich ein Interface so zu gestalten, dass der Datenaustausch zwischen zwei Systemen (Führungs- und Waffeneinsatzsystem und Waffensystem RAM) mittels KI basierter Middleware weitestgehend selbstständig koordiniert und bei Änderungen der Informationsbedürfnisse bzw. Informationsangebote der Subsysteme (z. B. durch Updates oder neue Fähigkeiten) sich ohne Implementierungsaufwand anpasst bzw. entsprechend erweitert werden kann? Ziel eines solchen Interfaces ist, einmal installiert durchgehend und unabhängig von neuen Rüstständen der Subsysteme weiter betrieben werden zu können, d. h. keine Interfaceupdates mehr benötigen.
Projektpartner
- BAAINBw (Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr)
- WTD71 (Wehrtechnischen Dienststelle für Schiffe und Marinewaffen, Maritime Technologie und Forschung)