MINT zum Mitmachen an der UniBw M: Mädchen tüfteln und forschen
17 August 2026
3D-Druck, intelligente Häuser und Modellflugzeuge: Bei den diesjährigen MINT-Ferienworkshops an der Universität der Bundeswehr München (UniBw M) konnten Mädchen im Alter von 10 bis 14 Jahren Wissenschaft und Technik eigenständig erleben. In insgesamt acht verschiedenen Workshops wurde ausprobiert, gebaut, programmiert und geforscht. Das Ferienangebot lädt Mädchen dazu ein, selbst aktiv zu werden, technische Zusammenhänge zu entdecken und Forschung dort kennenzulernen, wo sie stattfindet: in den Laboren und Werkstätten der Universität.
Die MINT-Ferienworkshops „Starke Mädchen machen MI(N)T“ wurden von der Familienservicestelle der UniBw M gemeinsam mit verschiedenen Instituten und Fakultäten organisiert und finden jährlich statt. Durch praktische Erfahrungen in Laboren und Werkstätten erhalten die Teilnehmerinnen einen authentischen Einblick in die Arbeit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern – und vielleicht auch Inspiration für eine wissenschaftliche Karriere.
3D-Druck: Von der Idee zum eigenen Werkstück
Wie funktioniert ein 3D-Drucker und welche Objekte lassen sich damit herstellen? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Teilnehmerinnen des Workshops „3D-Druck – vom Quietscheentchen bis zur Superlegierung“.
Nach einer Einführung in verschiedene 3D-Druckverfahren konnten die acht Teilnehmerinnen kreativ werden und selbst „zum 3D-Drucker“ werden. Eine Schülerin erzählte begeistert davon, wie sie mit einem 3D-Druck-Stift eigene Formen gestalten durften. „Ich muss noch üben, ich kann das noch nicht so gut. Bis heute hatte ich noch nie einen 3D-Druck-Stift in der Hand. Aber es macht Spaß!“
Auch die Funktionsweise moderner 3D-Drucker wurde genauer unter die Lupe genommen. Für die Mädchen besonders spannend war der Blick auf den Metalldruck: Im Gegensatz zum Kunststoffdruck arbeitet ein Metall-3D-Drucker mit einem extrem schnellen Laserstrahl, der an einem winzigen Punkt Temperaturen von mehreren tausend Grad erzeugt. So lassen sich beispielsweise sogenannte Superlegierungen herstellen. Die Teilnehmerinnen erfuhren außerdem, mit welchen unterschiedlichen Materialien 3D-Drucker arbeiten können und wie sich die fertigen Werkstücke voneinander unterscheiden.

Prof. Eric Jägle vom Institut für Werkstoffkunde zeigt den Mädchen den Umgang mit einem 3D-Druck-Stift (© Universität der Bundeswehr München/Saborowski)
Intelligente Häuser selbst gebaut
Beim Workshop „Bau dein eigenes intelligentes Haus“ tauchten die Teilnehmerinnen in die Welt der Elektronik und Sensortechnik ein. Schritt für Schritt bauten sie ihr eigenes Modellhaus, das sie am Ende mit nach Hause nehmen konnten. Dabei lernten sie unter anderem, Bauteile auf eine Leiterplatte zu löten, einen Mikrocontroller zu programmieren und verschiedene Sensoren einzusetzen. Da es so viele verschiedene Funktionen für den Mikrocontroller gibt, waren die Schülerinnen bis zu zwei Tage mit dem Programmieren beschäftigt. Eines der Mädchen berichtet aber stolz, dass ihr dieser Programmpunkt am meisten Spaß gemacht hat: „Ich habe so viele Funktionen in mein Haus eingebaut – zum Beispiel einen Wecker und eine Temperaturanzeige. Als Nächstes programmiere ich ein Lichterrad. Dann können meine LED-Lampen die Farbe wechseln.“
Für die individuell gestalteten Häuser kam außerdem ein Lasergravierer zum Einsatz, mit dem die einzelnen Bauteile zugeschnitten und gestaltet wurden.

Am FI Code lernen die Schülerinnen, wie man programmiert und lötet, damit am Ende ein funktionstüchtiges „intelligentes“ Haus entsteht (© Universität der Bundeswehr München/Saborowski)
Mit dem Modellflugzeug in die Lüfte
In einem Workshop auf dem Ludwig-Bölkow-Campus drehte sich alles um die Faszination des Fliegens. Bevor ein Flugzeug zum ersten Mal abheben kann, müssen viele Fragen geklärt werden: Wie entsteht Auftrieb? Welche Materialien eignen sich für ein Flugzeug? Wie wird es konstruiert – und was muss eine Pilotin können, um es sicher zu fliegen?
Die Teilnehmerinnen lernten zunächst das Institut kennen und konnten bei einer kurzen Vorlesung Uni-Luft schnuppern. Anschließend wurde es praktisch: In Teams bauten die Mädchen eigene Modellflugzeuge und traten damit in einem abschließenden, freundlichen Wettbewerb gegeneinander an. Auch die Rolle der Pilotin konnten die Mädchen selbst ausprobieren. In einem der Flugsimulatoren der UniBw M konnten sie erste Erfahrungen im virtuellen Cockpit sammeln.
Der letzte Ferienworkshop dieses Jahres findet am 27. August 2026 statt. Im Institut für Mechanik haben die Mädchen die Möglichkeit, an unterschiedlichen Prüfmaschinen zu testen, warum sich manche Kunststoffe biegen lassen und andere zerbrechen.
Titelbild: Bei einem der MINT-Ferienworkshops können die Mädchen nicht nur über die verschiedenen 3D-Drucker lernen, sondern auch selber einen 3D-Druck-Stift ausprobieren und Formen erstellen (© Universität der Bundeswehr München/Saborowski)